http://www.tierversuchsstadt-wuerzburg.de

Ein anderer Weg: »in vitro«

Als in vitro (lateinisch für im Glas) bezeichnet man Vorgänge, die außerhalb des lebenden Organismus stattfinden, im Gegensatz zu solchen, die im lebenden Organismus in vivo ablaufen. Wenn Vorgänge dagegen in der Bioinformatik im Computer berechnet werden, bezeichnet man sie als in silico.

Zunehmend werden in fast allen Bereichen der Medizin Studien mit In-vitro-Methoden durchgeführt. »in vitro« bedeutet »im Reagenzglas«, es geht um Untersuchungen mit schmerzfreier Materie in Form von Mikroorganismen, Gewebeproben, Zellmaterial in Nährlösung. In-vitro-Studien umfassen das Studium pharmakologischer Wirkungsmechanismen, die Abschätzung von toxikologischen Risiken, die Prüfung chemischer Substanzen auf erbgutverändernde und fruchtschädigende Wirkungen, die Untersuchung von krankheitserregenden Mechanismen, die Gewinnung und Prüfung von Impfstoffen, den Einsatz in der Krebsforschung und vieles andere mehr.


Mit isolierten, aber lebensfähigen Herzzellen wird nach kardiologischen Medikamenten gesucht. Leberzellen von Mensch und Tier erlauben präzise Aussagen über den Abbau von Medikamenten und Chemikalien in der Leber. Mit gezüchteten Nervenzellen und isolierten Hirnproben wird nach Medikamenten etwa gegen die Parkinsonsche Krankheit oder gegen Epilepsien gesucht, aber auch im Rahmen der Schmerztherapie geforscht. Aus menschlicher Haut gewonnene Hautzellen werden in Kultur gezüchtet. Damit lässt sich die Reizwirkung von Chemikalien untersuchen. Mit Kulturen von Krebszellen werden Substanzen getestet, welche Ausbreitung und Wachstum von Tumoren beeinflussen.


Zunehmend wird auch mit menschlichem Material, das bei klinisch notwendigen Operationen, bei Biopsien, Laparoskopien, Tumorentfernungen etc. erhalten wird, geforscht. So wird mit Gehirnproben aus der Neurochirurgie nach Medikamenten gegen Epilepsie und deren zugrunde liegenden Mechanismen gesucht.


Geeignete In-vitro-Verfahren sind aussagekräftiger, repoduzierbarer, billiger und rascher durchzufahren als Tierversuche und vor allem ethisch vertretbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Letzte Aktualisierung am 04.06.2009