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Als in vitro (lateinisch für im Glas) bezeichnet man
Vorgänge, die außerhalb des lebenden Organismus stattfinden, im Gegensatz zu
solchen, die im lebenden Organismus in vivo ablaufen. Wenn Vorgänge
dagegen in der Bioinformatik im Computer berechnet werden, bezeichnet man sie
als in silico. |
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Zunehmend werden in fast allen Bereichen der Medizin Studien mit
In-vitro-Methoden durchgeführt. »in vitro« bedeutet »im Reagenzglas«, es geht um
Untersuchungen mit schmerzfreier Materie in Form von Mikroorganismen,
Gewebeproben, Zellmaterial in Nährlösung. In-vitro-Studien umfassen das Studium
pharmakologischer Wirkungsmechanismen, die Abschätzung von toxikologischen
Risiken, die Prüfung chemischer Substanzen auf erbgutverändernde und
fruchtschädigende Wirkungen, die Untersuchung von krankheitserregenden
Mechanismen, die Gewinnung und Prüfung von Impfstoffen, den Einsatz in der
Krebsforschung und vieles andere mehr.
Mit isolierten, aber lebensfähigen Herzzellen wird nach kardiologischen
Medikamenten gesucht. Leberzellen von Mensch und Tier erlauben präzise Aussagen
über den Abbau von Medikamenten und Chemikalien in der Leber. Mit gezüchteten
Nervenzellen und isolierten Hirnproben wird nach Medikamenten etwa gegen die
Parkinsonsche Krankheit oder gegen Epilepsien gesucht, aber auch im Rahmen der
Schmerztherapie geforscht. Aus menschlicher Haut gewonnene Hautzellen werden in
Kultur gezüchtet. Damit lässt sich die Reizwirkung von Chemikalien untersuchen.
Mit Kulturen von Krebszellen werden Substanzen getestet, welche Ausbreitung und
Wachstum von Tumoren beeinflussen.
Zunehmend wird auch mit menschlichem Material, das bei klinisch
notwendigen Operationen, bei Biopsien, Laparoskopien, Tumorentfernungen etc.
erhalten wird, geforscht. So wird mit Gehirnproben aus der Neurochirurgie nach
Medikamenten gegen Epilepsie und deren zugrunde liegenden Mechanismen
gesucht.
Geeignete In-vitro-Verfahren sind aussagekräftiger,
repoduzierbarer, billiger und rascher durchzufahren als Tierversuche und vor
allem ethisch vertretbar.
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