Fragen und Antworten
Frage: Wäre ein Stop der Tierversuche nicht das Ende jeglicher
medizinischer Forschung?
Antwort: Nein! Die entscheidenden Fragen
der medizinischen Forschung wurden schon immer in der Klinik am Patienten
untersucht. Ein Verzicht auf tierexperimentelle Forschung würde endlich dringend
benötigte Mittel für klinische Studien sowie für Untersuchungen im Bereich der
Präventivmedizin freisetzen. Weiterhin bekäme der systematische Ausbau von
in-vitro-Methoden den nötigen Aufschwung!
Frage: Würden Sie
lieber ein Kind sterben lassen, als einen Versuch an einer Ratte zu
machen?
Antwort: Die Frage stellt sich so überhaupt nicht! Der Tod
der Ratte kann das Kind nicht retten! Die Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche"
und ihre Mitglieder und Sympatisanten möchten weder die Medizin noch Medikamente
abschaffen, sondern sie fordern eine Heilkunst, welche mit zuverlässigen und
akzeptablen Methoden zu ihrem Ziel, nämlich der Heilung des Menschen, führt.
Frage: Führt der Verzicht auf Tierversuche nicht zwangsläufig zu
Menschenversuchen?
Antwort: Nein, ganz im Gegenteil! Eine
tierexperimentelle Erkenntnis muß zwangsläufig an Menschen, also Patienten oder
Probanden, auf ihre Bedeutung überprüft werden! Da Tierexperimente prinzipiell
nicht mit der nötigen Sicherheit auf Menschen übertragbar sind, handelt es sich
hier letztlich um Menschenversuche. Nicht die Vereinigung "Ärzte gegen
Tierversuche" e.V. fordert den Menschenversuch, sondern der Gesetzgeber. Die
relativ risikofreie Anwendung von Medikamenten sowie medizinischer Verfahren
sind also nicht auf den Tierversuch zurückzuführen, sondern auf die
notwendigerweise und gesetzlich erforderliche Erprobung am Menschen. Der
Tierversuch verhindert oder ersetzt also keineswegs den Menschenversuch!
Natürlich müssen Medikamente geprüft werden, bevor sie am Kranken eingesetzt
werden. Viele moderne in-vitro-Verfahren in der Toxikologie sind den
traditionellen Tierversuchen in ihrer Zuverlässigkeit weit überlegen.
Entsprechend fordert die Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" den massiven
Ausbau von in-vitro-Methoden mit Zell- und Gewebekulturen, verbunden mit einer
verstärkten behördlichen Überwachung von Nebenwirkungen der bereits zugelassenen
Medikamente.
Frage: Haben also Tierversuche keinerlei Wert für
den Menschen?
Antwort: Viele Wissenschaftler und Kliniker geben
zu, daß die Bedeutung der tierexperimentellen Forschung in der Vergangenheit
maßlos überschätzt wurde. Entscheidende Durchbrüche in der Medizin kamen immer
aus der Klinik und nicht aus dem Tierlabor. Dies gilt heute mehr denn je, weil
die heutige Medizin durch technische Entwicklungen noch weitreichendere
Forschungs- und Behandlungsmöglichkeiten gefunden hat und andererseits die
Möglichkeiten der Verhinderung und Vermeidung von Krankheiten immer deutlicher
werden.
Frage: Wenn Tierversuche so unwissenschaftlich sind,
warum werden dann immer noch Tierexperimente gemacht?
Antwort:
Entscheidende Kreise in der Pharmaindustrie und an den Universitäten haben die
Zeichen der Zeit noch nicht begriffen. Sie glauben immer noch, der Mensch könnte
auf einem unvorstellbaren Berg von getöteten Tieren Heilmittel und Heilmethoden
entwickeln. Weiter stehen hinter dem tierexperimentellen Forschungssystem aber
auch massive wirtschaftliche Interessen. Abgesehen von der profitorientierten
Pharmaindustrie und den mit ihr verbundenen Produzenten von Labortieren,
Tiernahrung, Laborausstattung etc. bauen viele Wissenschaftler ihre Karriere auf
Tierexperimenten auf und vergessen dabei, daß es die Krankheit des Menschen ist,
welche letztlich interessiert.
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