Dieser 1944 entwickelte Test wird routinemäßig zur Beurteilung der
Schleimhautverträglichkeit von Chemikalien und Haushalts- und Kosmetikprodukten
durchgeführt.
Die Testsubstanz wird dabei Kaninchen in ein Auge geträufelt. Bei den Tieren
kommt es zu Entzündungen und schmerzhaften Verätzungen an den Augen.
Schmerzmittel werden nicht verabreicht.
Kaninchen werden verwendet, weil sie besonders große Augen und nur wenig
Tränenflüssigkeit haben. Dabei sind Kaninchenaugen als "Modell" für das
menschliche Auge völlig ungeeignet.
Menschen und Kaninchen zeigen unterschiedliche Empfindlichkeit hinsichtlich
der zu prüfenden Chemikalien.
So sind menschliche Augen 18mal empfindlicher gegenüber CS-Gas und 90mal
empfindlicher gegenüber CR-Gas als Kaninchenaugen.
Die Ergebnisse aus dem Draize-Test lassen sich also nicht auf die Situation
beim Menschen übertragen. Außerdem können die Ergebnisse selbst innerhalb eines
Labors gravierenden Schwankungen unterliegen, d. h. der Test weist eine
schlechte Reproduzierbarkeit auf.
Dennoch gilt er immer noch als die Standardmethode. Im Jahr 2004 wurden in
Deutschland 441 Draize-Tests durchgeführt.
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